»It’s not about the running, but what you connect with it.«

Montag Abend dieser Woche war ich zum ersten Mal in meinem Leben laufen. Und damit meine ich das Laufen, das Leute meinen, wenn sie sagen: »Hey, ich geh jetzt noch ne Runde laufen, alles klar? Bis dann!«

Für mich war Laufen immer das schlimmste an Sport, was ich mir vorstellen konnte. Noch schlimmer sind für mich eigentlich die Vorstellungen von überfüllten Fitness-Studios, in denen du angeglotzt wirst, weil du entweder zu fett oder zu geil aussiehst. Aber Laufen, das war für mich bisher das, worin ich am wenigsten Sinn sah. Wieso soll ich mich ohne ein physisches Ziel irgendwohin bewegen, nur um des Bewegens Willens? Das ist so anstrengend, und dann schwitzt du alle Klamotten voll, und überhaupt und sowieso?

Doch am Montag wurde mir klar, nachdem ich es selbst mal gemacht habe: Es geht gar nicht um das Laufen, sondern um das, was du mit dem Laufen verbindest. Früher konnte ich nie nachvollziehen, wenn jemand sagte: »Ich laufe, um den Kopf frei zu bekommen.« Heute kann ich das irgendwie verstehen, wenn du »gut genug bist« und nicht mehr darauf achten muss, wie du läufst, sondern einfach läufst. Einfach laufen, egal wohin, hauptsache Hirn aus, Beine an. Oder so. Hm, irgendwie schwierig in Worte zu fassen.

Ach ja, ihr wollt jetzt wahrscheinlich wissen, warum ich gelaufen bin, oder? Ich, der größte Sportmuffel von Welt mit der geringsten Ausdauer von Welt!

Na ja, das ist eine persönliche Sache, um ehrlich zu sein. Aber ich versuche es mal zu umschreiben: Ich hatte in letzter Zeit das Gefühl, dass sich in mir sehr viel Energie/Gefühle aufgestaut haben, die sich immer wieder wie große Surferwellen, die alle paar Jahre kommen (aber wenn, dann richtig!), »entladen« haben. Ich wollte irgendetwas gegen dieses Aufstauen bzw. die unkontrollierbare Entladung tun. Dafür sorgen, dass sich da gar nichts erst staut bzw. es sich dann entlädt, wenn ich es brauchen kann. Wisst ihr, was ich meine? Aus diesem Grund habe ich mir jetzt vor kurzem ein Malbuch für Erwachsene gekauft. Um »runter zu kommen« und einfach die Hektik aus dem Leben zu nehmen. Und der gleiche Grund war nun auch Anlass für mich, Laufen zu gehen bzw. es einfach mal auszuprobieren. Dass ich dadurch vielleicht ein paar Kilos los werde, ist eher ein netter Nebeneffekt.

Meine Laufstrecke

Diese Strecke bin ich gelaufen. 3,73km in ca. 31 Minuten. Aufzeichnung mit und Screenshot von Runtastic.

Und ich muss sagen, danach hab ich mich richtig gut gefühlt. Also richtig gut kaputt. Ich konnte meine Beine kaum noch bewegen, von der Couch hochzukommen war unmöglich (danke nochmal an meinen Freund fürs Hochziehen!), selbst im Bett brannten meine Beine und Füße noch stundenlang nach.

Ich hatte vier Tage lang Muskelkater. Ganz ehrlich? Es war die Hölle. Aber hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall. Ich war so kaputt, dass ich keine Kraft mehr hatte, mich über irgendetwas aufzuregen, geschweige denn überhaupt irgendwas in mich hineinzufressen, was dann in einem unbedachten Moment wieder hoch kommt. Und ich denke, dass das ein »gutes kaputt« ist. Ich habe mir vorgenommen es bald wieder zu versuchen. Wenn ich mich dazu in der Lage fühle und mir wieder alles zu viel wird. Oder auch präventiv, da bin ich noch nicht sicher. Bevor ich überhaupt laufen war, hatte ich mir vorgenommen, das gleich dreimal die Woche zur Gewohnheit zu machen. Aber nachdem es jetzt so lange nachgebrannt hat, werde ich es doch langsamer angehen lassen, denke ich. Das ist vielleicht auch aus medizinischer und/oder sportlicher Sicht besser, habe ich mir sagen lassen.

Aus welchen Gründen geht ihr Laufen bzw. macht ihr Sport? Könnt ihr mir irgendwie nachempfinden?

(Bildquelle: Caleb Ekeroth via unsplash.com)

Katharina

Ich bin Jahrgang ‘89, »digital native« und arbeite als Web-Entwicklerin in Frankfurt. Ich mag Webdesign, Fotografie, mein iPhone, Cookies und Latte Macchiato.

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