Review: Xiaomi Mi Band 1S – günstigster Fitness-Tracker mit Herzfrequenz-Messung

Vor einiger Zeit stolperte ich über ein sehr gutes Angebot bezüglich eines Xiaomi Mi Bandes – eigentlich unnötig, da dieses Fitnessband normalerweise immer irgendwo für unter 20€ zu haben ist. Trotzdem nahm ich dies zum Anlass und bestellte mir ein Mi Band 1S, direkt aus China, weswegen es auch einige Zeit dauerte, bis es ankam (ca. 2 Wochen).

Wer hier ab und zu reinschaut, wird auch wissen, dass ich bereits ein Fitness-Armband besitze, nämlich das Jawbone UP2, welches ich hier bereits ausgiebig testete. Davor hatte ich noch ein anderes Armband, nämlich das Fitbit Charge, zum Testbericht geht es hier. Aus diesem Grund werde ich innerhalb dieses Blogeintrags besonders auf die Unterschiede zwischen dem Mi Band 1S und dem Jawbone UP2 eingehen, da ich gerade diese beiden so gut miteinander vergleichen kann.

Erster Eindruck

Im Lieferumfang enthalten war ein schwarzes Band (andere Farben sind irgendwie NIE erhältlich, werden auf der Website des Herstellers aber überall beworben), das »Herzstück« (also der eigentliche Tracker, von Xiaomi selbst »Sensor« genannt) sowie die »Ladevorrichtung« mit USB-Anschluss. Ach ja, und eine chinesische Anleitung, mit der ich persönlich aber nicht so viel anfangen konnte … also flux den Sensor in die Ladevorrichtung geklemmt und an den Rechner gehängt. Nach kurzer Zeit war es vollständig geladen.

Nach dem ersten Ladevorgang war es relativ einfach, den Sensor in das Band zu setzen. Das Band anzulegen erfordert ein bisschen Kraft, da man hier ein kleines Aluminium-Stück durch ein Loch bekommen muss. Da finde ich die »Anzieh-Mechanik« des Jawbone UP2 aber besser.

Da ich das Tracking meines Jawbone UP2 nicht unterbrechen wollte, behielt ich auch dieses Band an und nahm ein paar Einstellungen in der bereits zuvor geladenen Mi Fit App sowie in der Jawbone App vor, sodass diese sich nicht gegenseitig mit ihren Daten in Apple Health überschreiben. So sah das Ganze dann an meinem Arm aus:

Xiaomi Mi Band vs Jawbone UP2

Wie man ganz gut erkennen kann, ist das Mi Band etwas breiter, dafür ist der starre Teil etwas kürzer. In der Mitte findet ihr ein Invisibobble zum besseren Größenvergleich.

Mi Band im Alltag

Innerhalb der nächsten Woche trug ich nun das Mi Band sowie das Jawbone UP2 immer parallel, da ich die Zahlen der beiden exakt vergleichen wollte. Vielleicht lag es auch daran, aber ich hatte immer das Gefühl, ich würde an diesem Arm mehr schwitzen als vorher. Ich vermute aber dass es daran liegt, dass das Band des Mi Bands eine durchgängige Breite hat, wohingegen ich die Thin Strap-Variante des Jawbone UP2 nutze (warum und wieso im entsprechenden Blogbeitrag).

Man muss die Synchronisation via Bluetooth manuell anstoßen, sonst werden die Daten nicht vom Band in die App bzw. auf das Telefon übertragen.

Ich habe das Gefühl, dass das Zählen der Schritte nicht richtig funktioniert, da ich täglich mehr als doppelt so viel Schritte messen konnte, wie die App des Jawbone UP2 mir mitteilte. Natürlich kann ich nicht sagen, welcher der beiden Tracker nun recht hat, aber einige andere Stimmen auf Twitter und im Netz meinten, dass das letzte Firmware-Update des Mi Bandes die Schrittzahlen verfälschen würde.

Was ich sehr positiv fand, war die »Benachrichtigung« über einen neuen Anruf. Das Mi Band wartet 3 Sekunden und vibriert dann recht ordentlich, wenn das Smartphone klingelt. Diese Funktion würde ich mir auch sehr für das Jawbone UP2 wünschen. An sich sollte das ja machbar sein, denn vibrieren kann auch dieses Band!

Die App selbst ist ganz hübsch gemacht, wenn auch nicht sehr intuitiv bedienbar. Viele Elemente sind meiner Meinung nach etwas versteckt, wie zum Beispiel der Verlauf (wie haben sich die Schritte/der Schlaf/etc in der Vergangenheit zu heute gesteigert?).

In beiden Apps gibt es die Funktion, Freunde hinzuzufügen. Bei der Mi Fit App kann ich sehen, wie lange meine Freunde letzte Nacht geschlafen haben, wie viel sie im Moment wiegen und wie viele Schritte sie heute schon gelaufen sind. Das ist auch eine der Sachen, die ich etwas blöd finde. Ich kann nicht selektieren, welche Daten meine Freunde von mir zu sehen bekommen. Vielleicht möchte ich einfach mein Gewicht für mich tracken, es aber nicht gerade meinen Freunden auf die Nase binden? Ansonsten kann man sie »anstupsen«, und das war es auch schon.
Bei der Jawbone-App kann man Schrittduelle machen und vor allem sehr granular einstellen, welche Daten man mit Freunden teilen möchte. Das gefällt mir von den Socialize-Funktionen her besser und macht für mich einfach auch mehr Sinn.

Noch etwas, das mich störte: man kann die Heartrate (also die Herzfrequenz) unter iOS nur manuell anstoßen, lieber wäre mir ein einstellbares Intervall mit Nachtpause, damit ich mitbekomme, wann ich mich zu sehr aufrege. So ist die Funktion für mich relativ nutzlos. Es gibt aber wohl Apps (im US-Store), die selbiges unterstützen sollen, aber diese habe ich nicht getestet. Hier habe ich auch keinen Vergleich zum UP2, da nur das UP3 von Jawbone einen Herzfrequenzmesser enthält und ich mich damals dagegen entschieden habe.

Soweit ich das gesehen habe, ist es auch nicht möglich, das Mi Band zur Aufzeichnung von Aktivitäten innerhalb der Runtastic-App zu nutzen, welche ich ab und zu mal nutze. Wenigstens werden aber Aktivitäten, die ich in Runtastic (egal ob live oder nachträglich) tracke, in die Jawbone Up App übertragen. Leider muss man aber hierfür immer noch das Handy am Körper haben. Um direkt in Runtastic hineinzutracken, benötigt man ein Runtastic Wearable oder eine bestimmte Smartwatch von Casio oder eine Pebble Watch.

Fazit

Insgesamt betrachtet werde ich das Mi Band wohl meinem Freund geben und selbst weiterhin das Jawbone UP2 nutzen. Hier gefällt mir unter anderem einfach der Tragekomfort besser, man spürt es kaum. Außerdem mag ich hier die App in ihrer Funktionalität und ihrem Umfang lieber. Das Mi Band macht wohl vor allem für Leute aus dem Android-Bereich Sinn, da es hier auch alternative Apps gibt, welche zum Beispiel ein kontinuierliches Tracking der Herzfrequenz ermöglichen sowie dutzende weitere Einstellungsmöglichkeiten und Use Cases (wie zum Beispiel das automatische Entsperrren des Smartphones) existieren, welche für iOS einfach nicht verfügbar sind.

Trotzdem punktet das Mi Band in einigen Situationen doch: man kann es einfach IMMER tragen, da es wohl wasserfest zu sein scheint. Das habe ich noch nicht getestet, aber auch hier von mehreren Erfahrungsberichten im Netz gelesen, dass man damit durchaus duschen, schwimmen und sonst was machen kann, und es überlebt. Die Benachrichtigung bei eingehendem Anruf fand ich vor allem bei Autofahrten sehr praktisch, wenn man auf die Straße und nicht gerade aufs Handy schaut (und kein so neues Auto hat, welches sich sowieso mit dem Handy koppelt). Das werde ich bei meinem UP2 vermissen. Aber mal sehen, was die Firmware-Updates hier in nächster Zeit noch an Funktionen mitbringen werden – ich bin gespannt.

Ich denke, es gibt mittlerweile für jeden das richtige Band. Mit ein bisschen Recherche im Netz kann man vermutlich ganz gut selbst abschätzen, was man benötigt und was nicht. Ich hoffe, ich konnte hier dem ein oder anderen ein wenig weiterhelfen. Ansonsten kann ich euch nur empfehlen, einfach eines zu kaufen und zu testen. Und wenn es euch nicht zusagt, dann verkauft es einfach wieder oder gebt es wieder zurück.

Habt ihr sonst noch irgendwelche Fragen zum Mi Band 1S? Wenn ja, schreibt sie mir gern in die Kommentare.

(Bildquellen der Headergrafik: Xiaomi Media Kit)

Katharina

Ich bin Jahrgang ‘89, »digital native« und arbeite als Web-Entwicklerin in Frankfurt. Ich mag Webdesign, Fotografie, mein iPhone, Cookies und Latte Macchiato.

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